Bald auch PKW vor Hackern nicht mehr sicher?

Seit das Internet Ende der 1990er Jahren seinen weltweiten Siegeszug angetreten hat, ist das Wort Hacker wohl auch außerhalb von Fachkreisen bekannt. Viren, Trojaner und Spionagesoftware hatte wohl schon so gut wie jeder mal auf seiner Festplatte, inzwischen ist die Gefahr aber mit ständig aktualisierten Firewalls und Virenschutz-Programmen halbwegs eindämmbar.

Je mehr Elektronik, desto anfälliger

Seit einigen Jahren hört man außerdem immer mehr von Hackerangriffen auf Mobiltelefone oder W-Lan Netze. Das jetzt auch schon das eigene Auto ins Visier der Hacker geraten könnte, dürfte bis vor kurzem jedoch mit Ausnahme von einigen wenigen Fachleuten niemand in Erwägung gezogen haben. Selbst Experten aus der Automobilindustrie hielten Autos für sicher, wurden aber jetzt von Computerspezialisten der Universität San Diego, Kalifornien eines besseren belehrt. Denen war es gelungen, mithilfe eines handelsüblichen Laptops und eines ebenfalls handelsüblichen Diagnosesteckers, die es bei ganz allgemeinen Auto-Fachhändlern zu kaufen gibt, die getesteten Autos zu hacken.

Unter anderem konnten die IT-Spezialisten die Bremsen fahrender Autos blockieren, ebenfalls während der Fahrt den Motor abstellen, die Heizung oder das Radio aufdrehen oder die Warnanlage für das Angurten grundlos einschalten. Dazu mussten die Spezialisten zuvor nur ihren Laptop mittels Diagnosestecker mit dem Fahrzeug verbinden und diesen Laptop dann mittels eines zweiten Laptops mit W-Lan Verbindung fernsteuern. Die Tests wurden auf dem Rollfeld eines stillgelegten Flugfelds durchgeführt – in den meisten Fällen konnten die Computerprofis den gewünschten „Angriff“ problemlos durchführen.

Steuerungssoftware veraltet

Schuld daran ist die veraltete Steuerungssoftware, die auch in fabrikneuen Pkw noch immer standardmäßig eingebaut ist. Diese stammt noch aus den 1980ern, wo Hacker noch ein Fremdwort war und niemand jemals mit solchen technischen Möglichkeiten rechnete. Heutzutage ist die Software der Fahrzeuge zwar mit einem Sicherheitssystem geschützt, dieses ist jedoch sehr einfach gestrickt. Die Autosoftware sendet vereinfacht gesagt eine Frage an den Laptop, die dieser beantworten muss – in Form von 0 und 1 – der Sprache der Computer eben. Für einen halbwegs fitten Hacker ist es jedoch überhaupt kein Problem, so einen Code aus Nullen und Einsen in wenigen Sekunden bis Minute zu knacken, moderne Decodierungssoftware hilft dabei.

Die Autohersteller selber haben zwar interne Vorschriften erlassen, nach denen eigentlich die Fremdsteuerung der Fahrzeuge unmöglich gemacht werden sollte, wie man jetzt sieht, sind diese Maßnahmen aber bei weitem nicht ausreichend. Die hochbezahlten Experten der Autoindustrie wurden also von Hochschuldozenten und wissenschaftlichen Mitarbeitern eines Besseren belehrt, man kann nur hoffen, das die Verantwortlichen der Autohersteller bald neue Sicherheitsstandards einführen. Ansonsten ist es gut möglich ist, dass in naher Zukunft Streiche von pupertierenden Computernerds, wie beispielsweise die Scheinwerfer Opel oder andere Fahrzeugteile – welche online z.B. bei www.carmio.de zu finden sind – des Nachbarn einfach mal ein- und auszuschalten oder zum „Spaß“ die Bremsen zu blockieren, auf der Tagesordnung stehen.

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