Der Schwarzmarkthandel mit Gebrauchtwagen boomt dieser Tage wie noch nie. Nun wird in den Medien berichtet, dass es auch Gebrauchtwagen aus der verseuchten Region um Fukushima auf die deutschen Straßen schaffen könnten. Bislang handelt es sich bei den identifizierten Autos zwar um wenige Einzelfälle, aber japanische und deutsche Atomkraftgegner fühlen sich in ihrer Annahme bestätigt, dass die Auswirkungen der verheerenden Katastrophe weitreichender sind, als man zunächst zugeben wollte.
Konterminierte Autos aus Fukushima
Wer Autos oder Autozubehör bei den deutschen Händlern, den etablierten Autohäusern, in Spezialmärkten oder gar im Internet auf Seiten wie www.plus.de einkauft, steht meistens auf der sicheren Seite. Wer aber meint, der Privatkauf wäre noch immer die beste und günstigste Lösung, sollte die Angebote, die zum Beispiel im Internet zu finden sind, ganz genau in Augenschein nehmen. Wenn bestimmte Verkäufer andauernd das selbe Automodell anbieten oder einen schier endlosen Fundus an neuwertigen und immergleichen Teilen feilbieten, darf vermutet werden, dass hier eventuell auch Schwarzmarkthandel im Spiel ist. Einige von den illegal eingeführten Wagen kommen natürlich auch aus Japan und mit etwas Pech aus ebenjener Präfektur, die momentan unter einer immensen Strahlenbelastung zu leiden hat. Ob tatsächlich Autos ihren Weg nach Deutschland finden könnten, in welchen Teilen Japans nach ihnen gesucht werden muss und wie sie aus Fukushima hinausgeschmuggelt wurden, lässt sich schwerlich bestimmen. An die Öffentlichkeit schaffte es bisher nur ein einziger Fall, in dem ein Händler den Verkauf eines verstrahlten Vans beschämt einräumen musste. Einem Reporter der “Asahi Shimbun” erklärte der Verkäufer, er habe den Wagen ursprünglich für den Export gekauft. Vorher sei aber festgestellt worden, dass die Insassen einer Strahlung von 110 Mikrosievert pro Stunde ausgesetzt seien – erlaubt sind in Japan allenfalls fünf Mikrosievert pro Stunde. Weil das Auto aber selbst nach einer gründlichen Reinigung immer noch mit 30 Mikrosievert belastet war, habe er den Wagen schließlich an einen Auktionator weitergereicht.
Welche Maßnahmen können ergriffen werden?
In Japan stellt man sich nun zu Recht die Frage, was getan werden kann. Eine Verschärfung der Grenzwerte allein dürfte jedoch kaum helfen, da wir hier ohnehin von illegalen Aktivitäten sprechen. Außerdem dürften mittlerweile bereits viele der kontaminierten Autos aus Fukushima als Gebrauchtwagen in andere Gegenden Japans verkauft sein. Die Ausfuhr ist also gar nicht mehr das Hauptproblem und die Autos werden über Auktionen verkauft, die ohnehin keinen Restriktionen unterliegen. Früher sei ein Großteil der Gebrauchtwagen in den Export gegangen. Dieser Markt sei aber seit der schlimmen Katastrophe fast völlig weggefallen. Was allerdings auf dem Schwarzmarkt genau passiert und wie beziehungsweise wohin Autos aus Japan verschifft werden, lässt sich relativ schwer sagen.